„Obwohl ich alt bin, mach‘ ich noch alles mit!“

Theresia Lamprecht

Theresia Lamprecht stammt aus Marolla bei Klagenfurt und wuchs als zehntes von insgesamt 15 Kindern auf einem großen Bauernhof auf. Schon früh war sie es gewohnt mit anzupacken: Gemeinsam mit ihren Geschwistern half sie am Feld mit, kümmerte sich besonders gerne um die Pferde und zog junge Fohlen liebevoll mit der Flasche auf.

Interview mit Theresia Lamprecht

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Kindheit am Bauernhof

An ihre Kindheit erinnert sie sich mit einem Lächeln. Es war immer etwas los. Besonders gerne denkt sie an die hölzernen Rodeln – die sogenannten „Trögl“ –, die ihr Onkel für die Kinder gebaut hatte und mit denen sie im Winter den Hang hinunterflitzten. Ebenso unvergessen ist Frau Micki vom Schloss St. Georgen am Sandhof, die die Kinder förderte und sie zum Singen und Musizieren auf die Bühne brachte. Später spielte Theresia Lamprecht selbst mit großer Freude Ziehharmonika.

Auch der lange Schulweg zur Westschule ist ihr in Erinnerung geblieben. Manchmal trugen die älteren Brüder die kleineren Geschwister kurzerhand im Rucksack ein Stück des Weges – eine Anekdote, die sie bis heute gerne erzählt.

Sport spielte schon immer eine große Rolle in ihrem Leben. Ob Skifahren oder Eislaufen – Theresia Lamprecht war mit Begeisterung dabei. Diese Leidenschaft ist geblieben: Noch heute verfolgt sie mit großer Freude die Eishockeyspiele ihrer Urenkel und drückt ihnen bei jedem Match fest die Daumen.

Das „Kräuterweible“

Die Kindheit am Bauernhof brachte ihr ein umfangreiches Wissen über Heilkräuter und die Natur. Als echtes „Kräuterweible“ wusste Theresia Lamprecht für jedes Wehwehchen das passende Mittel. Ob Beinwell für schmerzende Knie oder ein wohltuender Kräutertee – in ihrem Garten fand sich stets die richtige Pflanze für die natürliche Hausapotheke.

Immer stilvoll gekleidet

Auch ihr Beruf war von handwerklichem Geschick geprägt. Während ihrer Arbeit auf Schloss St. Georgen am Sandhof lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Beide waren Schneidermeister und führten viele Jahre gemeinsam mit ihrem Schwiegervater eine Schneiderei. Dort fertigten sie unter anderem Uniformen für Soldaten und Straßenbahner an.

Bis heute legt Theresia Lamprecht großen Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild. Eleganz und Stil gehören für sie einfach zum Alltag.

Lesen, Rätseln und das Leben genießen

Neben gutem Essen – ein Schweinsbraten oder Kärntner Salzspeck dürfen es gerne sein – verbringt Theresia Lamprecht ihre Zeit am liebsten mit Lesen. Früher löste sie oft bis spät in die Nacht Kreuzworträtsel, heute greift sie täglich zur Zeitung und genießt die abwechslungsreichen Veranstaltungen im SeneCura Pflegezentrum Kreuzbergl.

Getreu ihrem Motto „Obwohl ich alt bin, mach‘ ich noch alles mit!“ nimmt die 105-Jährige aktiv am Hausleben teil und begegnet jedem Tag mit Neugier, Lebensfreude und einem herzlichen Lächeln.